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Interview

​„Inkontinenz operativ behandeln“

Von UROTECH GmbH · 2014

Detail der Phorbaschlinge der Firma UROTECH.

Der Experte für Kontinenz Primarius Univ. Doz. Dr. Wilhelm Alexander Hübner aus Wien über Ursachen und Behandlungsmethoden von Inkontinenz bei Männern und Frauen und die Phorbasschlinge der Firma UROTECH.

Herr Prim. Univ. Prof. Dr. Hübner wie kommt es zur Inkontinenz beim Mann?

Wir unterscheiden bei Männern und Frauen zwischen einer sogenannten Dranginkontinenz, das heißt, dass der Harndrang so stark wird, dass man das WC nicht mehr rechtzeitig erreicht und es zum unerwünschten Austritt von Harn kommt und der sogenannten Belastungsinkontinenz. Hier ist gemeint, dass durch Druckerhöhung in der Blase ausgelöst durch Husten, Niesen, Lachen oder körperlicher Anstrengung Harnverlust eintritt. Während bei der Frau ein derartiger Zustand anlagebedingt oder begünstigt durch Geburten in der zweiten Lebenshälfte auftreten kann, kommt es beim Mann praktisch nur nach Operationen oder Unfällen zur Belastungsinkontinenz. In erster Linie sind Prostataoperationen dafür verantwortlich, wobei darauf hingewiesen werden muss, dass bei Operationen wegen gutartiger Vergrößerung eine Inkontinenz eine absolute Rarität darstellt. Im Rahmen von radikalen Prostatektomien wegen eines Carcinoms kann es im Interesse der Radikalität zur Entfernung des Carcinoms zu Beeinträchtigungen der für die Kontinenz verantwortlichen Strukturen kommen. Während diese Komplikation früher schicksalshaft angenommen werden musste, können wir heute praktisch allen Patienten eine erfolgreiche Therapie anbieten.

Sie gelten international als Pionier in der Behandlung der männlichen Inkontinenz – wie kam es dazu?

In meiner Tätigkeit an der Universität San Francisco Anfang der 90er Jahre hatte ich Gelegenheit mit den weltweit führenden Experten auf diesem Gebiet, Prof. Emil Tanagho und Prof. Rick Schmid, zusammen zu arbeiten. Im Bestreben primär für Frauen eine kontinente Darmersatzblase zu implementieren, konnte ich experimentell die verschiedenen Faktoren, die Basis und Belastungsinkontinenz ausmachen, experimentell erforschen. Etwa um das Jahr 2000 habe ich dann begonnen diese Erkenntnisse klinisch umzusetzen.

Wie ist der aktuelle Stand bei der operativen Therapie der männlichen Inkontinenz?

Bis etwa zur Jahrtausendwende hatten wir nur die Möglichkeit einen artefiziellen Sphinkter zu implantieren, also ein hydraulisches System bei dem durch Druck auf eine im Hodensack plazierte Pumpe die Miktion ausgelöst wird, oder Schleimhautunterspritzungen vorzunehmen. Während die Schleimhautunterspritzungen in der Regel erfolglos sind, ist der artefizielle Sphinkter auch heute noch eine wichtige Methode. Allerdings kam es in der Folge nicht zuletzt durch meinen persönlichen Einsatz zur Entwicklung von adjustierbaren Systemen, die eine Wiedererlangung der Kontinenz ohne das Betätigen einer Pumpe ermöglichen. Heute gibt es eine Reihe von Implantaten, vorwiegend Bänder, aber auch Ballone, die durch definierten und adjustierbaren Druck auf die Harnröhre die Kontinenz wieder herstellen können. In spezialisierten Zentren können so verschiedenste Methoden angeboten werden, die auf die Bedürfnisse des jeweiligen Patienten, sei es im Hinblick auf den Grad der Inkontinenz, der sportlichen Ansprüche, der manuellen Geschicklichkeit aber auch bezüglich der Frage, ob eine Strahlentherapie stattgefunden hat oder nicht abgestimmt werden können. Alle diese Methoden haben Vor- und Nachteile, es liegt in der Expertise des Behandlers hier für den Patienten die beste Möglichkeit auszuwählen.

Wie sehen die Entwicklung in der Zukunft ?

Die Zukunft hat eigentlich schon begonnen. Wie schon erwähnt, gibt es eine Reihe von Systemen, die zur Anwendung kommen. Fast immer, wenn es viele Methoden für eine Fragestellung gibt, liegt es daran, dass keine der Methoden allen Ansprüchen genügt. Vor etwa drei Jahren hat sich nun eine internationale Expertengruppe zusammengetan um eine adjustierbare Schlinge zu entwickeln, die den Ansprüchen der einfachen Adjustierbarkeit, der Vermeidung von postoperativen Schmerzen bei möglichst problemloser Implantationstechnik und Funktionsweise genügt. Diese Schlinge, die Phorbasschlinge, wird seit Sommer 2013 bereits in Deutschlang und Österreich eingesetzt. Sie scheint allen bisher verwendeten Schlingen­implantaten weit überlegen zu sein.
Auch auf dem Gebiet der hydraulischen Schließmuskelimplantate, die bei sehr komplexen Fällen, wo ein Auf/Zu-Mechanismus unbedingt notwendig ist, eingesetzt werden, gibt es nun Fortschritte. Auch hier wurden adjustierbare Systeme wie der Flowsecuresphinkter entwickelt, der das Ergebnis einer zumindest zehn Jahre langen Entwicklungs- und Forschungsarbeit ist.
Der nächste Entwicklungsschritt wird intelligente Implante betreffen, die auf elektronischer Basis laufend Blasen- und Harnröhrendruck messen und damit einen optimalen Verschlußdruck ausüben. Das Harnlassen erfolgt dann mittels Fernbedienung.
Von derartigen Implantaten, bei denen beispielsweise die Miniaturelektronik aus der Modellbaubranche zum Einsatz kommt, sind wir aber wohl noch sieben bis zehn Jahre entfernt.

Was empfehlen Sie Patienten heute, die zum Beispiel nach einer radikalen Prostataoperation Harn verlieren?

Gehen sie in ein Zentrum in dem zumindest zwei verschiedene Methoden, also zum Beispiel die Phorbasschlinge und ein hydraulisches System, routinemäßig angeboten werden. So haben sie die Gewähr, dass sich die Behandlung nicht nach dem Repertoire der Abteilung sondern nach der spezifischen Notwendigkeit des einzelnen Patienten richtet.

Kontakt

UROTECH GmbH
Medi-Globe-Strasse 1-5
83101 Achenmühle
E-Mail: info@urotech.com
Web: www.urotech.com

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