Erkennung von Prostatakrebs

Kleiner Test, große Wirkung?

Von Eva Herzog · 2014

Der PSA-Test kann innerhalb kurzer Zeit Gewissheit geben – ja auf was eigentlich? Denn der Test, der eigentlich dazu da ist, frühzeitig Prostatakrebs zu erkennen, hat so seine Schwächen. Etwa zwei von drei Männern mit hohen PSA-Werten haben gar keinen Krebs.

 Eine Frau hält ein mit roter Flüssigkeit gefülltes Reagenzglas
Der PSA-Test kann Aufschluss über eine Prostatakrebserkrankung geben.

Die Prostata spielt in der Urologie eine große Rolle, vor allem deshalb, weil Prostatakrebs und die damit verbundenen Vorsorgeuntersuchungen einen immens wichtigen Stellenwert in der Gesundheitsvorsorge von Männern einnehmen. Um frühzeitig eine mögliche Krebserkrankung der Vorsteherdrüse festzustellen, gibt es den PSA-Test. PSA steht für Prostata-spezifisches Antigen. Dabei handelt es sich um einen Eiweißstoff, der in der Prostata gebildet wird und bei der Ejakulation dem Sperma beigemischt wird.

Test bei Verdacht auf Prostatakrebs

Wird der PSA-Test durchgeführt, so wird das aus der Armvene entnommene Blut im Labor untersucht und bereits nach wenigen Tagen liegt das Ergebnis vor. Der Test misst, wie viel PSA sich im Blut befindet. Für gewöhnlich sind nur sehr geringe Mengen nachweisbar. Generell wird der PSA-Test dann durchgeführt, wenn ein Verdacht auf Prostatakrebs besteht. Ab einem bestimmten Grenzwert erhärtet sich der Verdacht und es sind im Anschluss daran weitere Untersuchungen nötig. Häufig aber wird der Test auch vom Arzt im Rahmen einer Früherkennungsuntersuchung zusammen mit einer Tastuntersuchung empfohlen oder als alleinige Untersuchung angeboten, um möglichen Prostatakrebs bereits im Frühstadium zu erkennen. Bei Männern, die Probleme mit dem Wasserlassen haben, wird der Test ebenso durchgeführt; Ursache ist in der Regel eine gutartige Vergrößerung der Prostata – Experten sprechen hier von einer Prostatahyperplasie.
Selbst ohne Symptome oder Beschwerden bitten Patienten ihren Arzt teilweise darum, einen solchen Test durchzuführen, um sicherzugehen, nicht an Prostatakrebs erkrankt zu sein. Bei Männern, die einmal an Prostatakrebs erkrankt sind und behandelt wurden, wird der Test regelmäßig zur Verlaufskontrolle angewandt. Denn nach erfolgreicher Krebstherapie gehen die Werte in der Regel zurück und steigen auch nicht wieder an.

Kontroverse Meinungen zum PSA-Test

Eigentlich ist es eine tolle Sache, anhand eines Tests sicher zu wissen, ob man gesund ist oder nicht. So war es ursprünglich auch geplant, aber der Test zur Früherkennung von Prostatakrebs ist nicht ganz unumstritten. Die Kritik betrifft neben der mangelnden Treffsicherheit des Tests auch die Möglichkeit einer Überdiagnose von Krebsgeschwüren. Davon betroffen sind Patienten mit sehr langsam wachsenden, mitunter ungefährlichen Krebsgeschwüren. Man geht davon aus, dass diese möglicherweise unnötigerweise behandelt werden und unbehandelt an Altersschwäche gestorben wären. Hinzu kommt, dass ein erhöhter PSA-Wert nicht zwangsläufig Prostatakrebs bedeutet. Studien zeigen: Zwei von drei Männern mit erhöhtem PSA-Wert haben gar keinen Krebs. Wurde der Test aber erst einmal durchgeführt und man verzeichnet erhöhte Werte, dann bedeutet das für den Betroffenen oft eine unnötige Beunruhigung und bringt häufig weitere (unnötige) Folgeuntersuchungen mit sich. Doch auch wer einen vermeintlich guten Wert bei einem PSA-Test hat, kann sich ebenfalls nicht sicher sein, keinen Krebs zu haben. Bei circa zwei von zehn Fällen ist der Wert trotz Krebsdiagnose negativ, was daran liegt, dass nicht jede Art von Prostatakrebs automatisch den PSA-Wert erhöht.
Ob ein Test infrage kommt oder nicht, muss demnach jeder Mann für sich selbst entscheiden. Die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung und ein gesunder Lebenswandel können jedenfalls nicht schaden, wenn es darum geht, Krebs zu vermeiden, beziehungsweise ihn früh zu erkennen.
Hat man allerdings beschlossen, den Test durchführen zu lassen, gibt es einige Dinge, die man im Vorfeld beachten sollte, um falsche hohe Werte zu vermeiden. Ein akuter Harnwegsinfekt sollte zunächst auskuriert werden, bevor ein Test stattfindet. Ebenso sollte in den achtundvierzig Stunden vorher keine Ejakulation stattgefunden haben. In dem gleichen Zeitraum sollte auch auf sportliche Betätigung, beispielsweise Fahrrad fahren verzichtet werden. Und ist innerhalb der vorausgegangenen sechs Wochen aus der Prostata eine Gewebeprobe entnommen worden, so kann dies auch zu falsch hohen Werten führen.

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