Prostatakrebszellen

Kleine Drüse, große Gefahr?

Von Sandra Sehringer · 2021

Circa 65.000 Männer in Deutschland erkranken an Prostatakrebs – und das jedes Jahr. Damit ist dieser bösartige Tumor die häufigste Krebsart bei Männern, insbesondere im Alter von über 60 Jahren. Die Frage ist: Was sind die Auslöser von Prostatakrebs und kann „Mann“ ihn in jüngeren Jahren vorbeugen?

beratendes Arztgespräch. Thema: Prostatakrebs
Männer sollten keine Scheu haben, einen Urologen bei Unsicherheiten aufzusuchen. Foto: iStock / Chinnapong

Werner A. ahnt lange Zeit nichts von der Gefahr, die sich in seiner Vorsteherdrüse anbahnt. Doch dann muss der 72-Jährige nachts öfter auf die Toilette, allerdings kommt kaum Urin. Manchmal ist die Flüssigkeit rötlich verfärbt. Auch die Schmerzen im Rücken und im Becken sind neu. All dies ist typisch für Prostatakrebs. Denn bei Frühformen tauchen nur selten Symptome auf und später sind die Beschwerden in der Regel unspezifisch, können also auch andere Krankheiten als Ursache haben. In vielen Fällen ist der Tumor sehr klein, bereitet keine Beschwerden und muss auch oft nicht behandelt werden. Die Heilungschancen sind heute relativ gut.

Alter: Risikofaktor Nummer eins für Prostatakrebszellen

Warum Prostatakrebszellen entstehen und sich manche zu einer lebensbedrohlichen Krankheit wei-
terentwickeln, ist noch nicht eindeutig erforscht. Man weiß allerdings, dass bestimmte Faktoren das Risiko für die Krebsart erhöhen können, allen voran das Alter. Bei den über 60-Jährigen haben bereits mehr als 60 Prozent eine Frühform von Prostatakrebs. Das durchschnittliche Alter der Betroffenen liegt bei etwa 70 Jahren. Zudem spielen genetische Faktoren eine Rolle: Männer, deren Väter oder Brüder Prostatakrebs haben oder hatten, haben ein mindestens doppelt so hohes Prostatakrebs-Risiko. Auch das männliche Geschlechtshormon Testosteron ist am Wachstum von Prostatakrebs beteiligt. Bei der Therapie spielt daher das Senken des Hormonspiegels eine Rolle. Mediziner raten im Gegenzug auch dringend ab von der Einnahme von Testosteronpräparaten, beispielsweise zur Steigerung von Muskelwachstum oder Potenz, wenn es nicht medizinisch notwendig ist.

Lebensstil und Ernährung

Wovon inzwischen auch abgeraten wird, ist die Einnahme von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln. Einst hieß es, Vitamin E oder Selen könnten das Risiko von Prostatakrebs reduzieren, doch der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums warnt, dass der Verzehr solcher Präparate das Erkrankungsrisiko sogar steigern könnte. Eine spezielle Diät gegen den bösartigen Tumor gibt es jedoch nicht. Die Weltkrebsforschungsstiftung WCRF empfiehlt, auf eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung zu achten und Übergewicht zu vermeiden.

Früherkennung

Gesetzliche Krankenkassen bieten Männern im Alter von über 45 Jahren eine kostenlose Prostatakrebsfrüherkennung an. Dabei tastet ein Mediziner die Prostata vom Enddarm her ab. Außerdem stehen weitere Untersuchungen wie zum Beispiel Bluttests zur Verfügung. Die Deutsche Krebshilfe empfiehlt Männern, sich umfassend über die Vor- und Nachteile der Prostatakrebsfrüherkennung zu informieren.Gesetzliche Krankenkassen bieten Männern im Alter von über 45 Jahren eine kostenlose Prostatakrebsfrüherkennung an. Dabei tastet ein Mediziner die Prostata vom Enddarm her ab. Außerdem stehen weitere Untersuchungen wie zum Beispiel Bluttests zur Verfügung. Die Deutsche Krebshilfe empfiehlt Männern, sich umfassend über die Vor- und Nachteile der Prostatakrebsfrüherkennung zu informieren.

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